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Was ist eigentlich Religionskritik ?

Was ist kritikwürdig an der Religion? 
Kaum jemand, der darauf keine spontane Antwort wüsste.

Religionskritik - Philosophische, Soziologische, Psychologische, Theologische Positionen

Philosophen, Psychologen, Soziologen, Theologen und Literaten beschäftigen sich mit dieser Frage und sie haben in den letzten Jahrhunderten bezüglich Ursprung und Funktion religiöser Vorstellungen viele unterschiedliche Antworten gefunden.
 
Was können wir aus dieser Religionskritik lernen, welche Zukunft hat die Religion?
Gibt es eine fruchtbare Verbindung zwischen Religion, Vernunft und aufgeklärten Denken?

Der geschichtliche Gang der Religionskritik erscheint als fortschreitende Beseitigung der Götter aus dem Geschehen in der Natur und der Welt. Am Ende dieses Prozesses der Säkularisierung (Verweltlichung) scheint Gott und Religion immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben und zur Erklärung der Welt verbannt zu werden.

In dem Maß, wie Götter und Geister für die Welterklärung überflüssig wurden, richtete man den Blick auch auf das Zustandekommen von Gottesvorstellungen selbst. Schon die Griechen (so Demokrit, ca. 470-380 v.Chr.) bezeichneten die Angst des Menschen vor Bestrafung nach dem Tod und die Furcht vor außergewöhnlichen Naturerscheinungen als Ursprung des Götterglaubens.

Die Aufklärung, eine Bewegung seit Ende des 17. Jh, die nach Kant "Licht in das Dunkel der Unwissenheit bringen" will, hat diesen Prozess zu erklären versucht: Die Frühzeit der Geschichte sei von den Tätigkeiten zahlreicher Kräfte und Mächte, Geister und Götter bestimmt gewesen. In der Neuzeit aber traten an deren Stelle natürliche Erklärungen für das innerweltliche Geschehen.
Mehr noch: Die Funktion jeweiliger religiöser Vorstellungen und Institutionen gerät in den Blick der Philosophen. Neben der Todesangst wird der Religion eine soziale Ordnungsfunktion zugeschrieben und auch kritisiert. Sie gipfelt in dem Satz von Karl Marx (1818-83) Religion sei "Opium des Volkes" und in den Aufruf sich von einer Gesellschaftsordnung zu befreien, die den Menschen unterdrücke und deshalb auch die Religion hervorbringe. Ludwig  Feuerbach (1804-72) hatte zuvor die These vertreten, das Gott nichts anderes als der Mensch selbst sei, eine "Projektion" (Übertragung) menschlicher Wunschvorstellungen.
Neben den Gottesglauben tritt nun auch die bewusste Form des Atheismus (Leugnung der Existenz Gottes).

Neuzeitliche psychologische Ansätze versuchen Religion in ihrer Bedeutung für den Menschen zu erklären.
Während Sigmund Freud (1856-1939) Religion als Illusion und Resultat kindlicher Wunschvorstellungen, letztlich als psychische Störung empfindet, sehen andere in der Religion ein notwendiges Sinnsystem oder entwickeln die Perspektive einer "aufgeklärten Religion".

Religionskritik wird oft in Verbindung mit religiösen Gängeleien der Kirchen gebracht. Damit wird Religionskritik zur Kirchenkritik. Die Frage nach der Bedeutung und der Zukunft der Religion selbst ist aber grundlegender und muss immer wieder neu beantwortet werden.

Dabei ist Religionskritik dem christlichem Glauben und der christlichen Theologie keineswegs fremd. Sie kann als eine ständige Form der Selbstprüfung hinsichtlich der Angemessenheit ihrer Rede von Gott und ihrer gesellschaftlichen Praxis verstanden werden. 

Persönliche Einstellungen sollten in diesem Zusammenhang eingebracht und der problematische Gegensatz von Glaube und Wissen überwunden werden. 
Dabei wird auch gefragt, warum wird jemand Christ, Atheist oder Agnostiker?

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