"Organspende"
- Organraub - Medienberichte
"Leider
wird Organspende in einigen Teilen der Welt missbraucht: In China werden
zum Tode Verurteilte ohne Zustimmung als Organspender verwendet, es gab
und gibt kommerzielle Transplantationen in Indien. Leider gibt es auch
sehr viele Mediendarstellungen, die oft nur frei erfunden sind. Die besonders
rührselig geschilderten Stories von südamerikanischen Kindern,
denen angeblich gewaltsam Organe entnommen wurden, sind meist nur erfunden,
weil sich Skandalgeschichten in der Presse gut vermarkten lassen."
Prof.
F. Mühlbacher (Transplantationszentrum Wien)
Wer
eine Niere spendet, darf weiterleben
US-Staat
Missouri: Todesstrafe für Mörder kann in "lebenslang" umgewandelt
werden
JEFFERSON
CITY Die Mörderinnen und Mörder in den Todeszellen
des amerikanischen Bundesstaates Missouri sollen eine letzte Chance zur
Rettung ihres Lebens erhalten. Wenn sie bereit sind, sich im Zuchthaus-Hospital
eine Niere, ein Auge, einen Teil ihrer Leber oder Rückenmark entfernen
zu lassen, wird sie der Gouverneur zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe
begnadigen. Diese Form von "Lebendspenden" sieht ein vom Abgeordneten Chuck
Graham im Landesparlament in Jefferson City eingebrachter Gesetzentwurf
vor, über den Ende des Monats abgestimmt werden soll. Zahlreiche Ärzte
und Vereinigungen von Transplantations-Patienten haben gegen das geplante
"Ausschlachten von Todeskandidaten" schon protestiert. In den Todeszellen
des Staatsgefängnisses von Missouri, in denen derzeit 86 Männer
und eine Frau jeden Tag mit dem "Besuch" des Henkers rechnen müssen,
ist der Gesetzentwurf nach Mitteilung der Anstaltsleitung aber "mit viel
Beifall und großer Hoffnung" aufgenommen worden: "Um mit dem Leben
davonzukommen, würden etliche unserer Kunden fast alles mit sich machen
lassen".
Der
Abgeordnete Graham begründet sein Gesetz damit, dass in den Vereinigten
Staaten gegenwärtig fast 40 000 Patienten auf eine Nierentransplantation
und rund 3 000 Krebskranke auf eine Rückenmarkübertragung warten:
"Weil wir zu wenig Organspender haben, müssen viele dieser armen Menschen
sterben. Deshalb sollten wir Mördern, die ein Menschenleben vernichtet
haben, die Möglichkeit zur Rettung eines Menschenlebens geben". Die
Organspende im Zuchthaus werde natürlich freiwillig sein: "Wer nicht
will, der muss auch nicht. Aber dann wird der Henker kommen".
"Wiesbadener
Kurier" 18.3. 98

"Ich
habe ihn mit Geld gelockt"
Seine
Nierenkrankheit trieb Rolf Weber zur Verzweiflung.
In
Deutschland fand er kein Spenderorgan - deshalb flog er nach Indien
- VON
RAINER JUNG -
Natürlich
hat der Mann nichts Monströses an sich, wie er auf der Gartenbank
sitzt, in den Abend schaut und eine Katze krault. Allenfalls die enorme
Ader, die unübersehbar am linken Unterarm schwillt, ein Kurzschluss
im Blutkreislauf, jahrelang lebenserhaltende Verbindung zur Außenwelt,
Hunderte Male durchstochen, perforiert. Im Gegenteil: Rolf Weber ist ein
freundlicher Mensch, zart und kultiviert, kurzes Haar, eine runde Metallbrille
vor zwinkernden Augen. Abendland und Orient scheinen im Hause des Ethnologen
eine Synthese eingegangen zu sein. Im Musikschrank stapeln sich die Kassetten
arabischer und afrikanischer Interpreten. Die flauschigen Teppiche stammen
aus dem Nahen Osten. Und Rolf Webers Niere kommt aus Bombay.
Organhandel,
das ist ein Alptraum - für die Gesunden. Weil das Angebot an Spenderorganen
in den Industrieländern längst nicht den Bedarf deckt, floriert
seit Jahren das Geschäft mit den Innereien der Dritten Welt. Obwohl
sie in keiner offiziellen Exportstatistik auftauchen, haben Nieren oder
Augenhornhäute aus Lateinamerika und Indien mittlerweile ihren festen
Platz in den Terms of Trade zwischen Nord und Süd.
Das
Millionenheer der potentiellen Organverkäufer ist gut sortiert, billig
und willig. Denn auch wenn die 1500 bis 3000 Mark, die auf dem Subkontinent
durchschnittlich an den sogenannten freiwilligen Spender einer Niere gezahlt
werden, lächerlich gering erscheinen, übersteigen sie doch häufig
das Jahreseinkommen ganzer Familien.
Rolf
Webers ganz persönlicher Alptraum begann schon, lange bevor er selber
erkrankte. 1960 starb sein Vater, gerade 49 Jahre alt, an einem erblichen
Nierenschaden. Die Ärzte hatten ihm nicht helfen können. Ende
der achtziger Jahre verschlechterte sich auch der Gesundheitszustand des
Sohnes, mittlerweile als Dozent für Afrikanistik häufig auf Reisen
in tropische Länder. 1990 wurden Vene und Arterie in seinem Unterarm
zum klopfenden Rohr zusammengenäht, Weber musste erstmals an die Dialysemaschine.
"Natürlich ist das ein phantastisches technisches Gerät", sagt
er heute, "aber als Patient hängt man vor allem dreimal in der Woche
an vielen Schläuchen und baut ab. Am Ende hat man zu nichts mehr Lust.
Du überlebst, aber das Leben macht keinen Spaß mehr.
"Das
Gefühl des Ausgeliefertseins nahm mit jedem Monat zu, Weber beobachtete
einen schleichenden Verfall seiner geistigen und sprachlichen Fähigkeiten.
Schließlich musste der Ethnologe seine Vorlesungstätigkeit aufgeben.
Zu Hause dehnte sich jeder Tag zu einer kleinen Unendlichkeit. "Ich habe
herumgesessen und gewartet, dass das Telefon endlich klingelt. In der Ecke
stand die gepackte Tasche, damit ich sofort in die Klinik fahren kann,
wenn es eine Niere für mich gibt. Die Nachricht kam aber nie. Das
Furchtbarste ist: Jeder Anruf, selbst von guten Freunden, wird im Laufe
der Zeiterst einmal zur Enttäuschung. "Einmal dachte Rolf Weber sogar
an Selbstmord, und nur ein Zufall hielt ihn davon ab. Dann wieder das endlose
Warten und Hoffen. Zwiespältige Hoffnung darauf, dass das Große
Los endlich fällt in der Lotterie des Weiterlebens. Denn den Hauptgewinn
kann nur ein Toter ins Spiel bringen. "Schließlich denkt man eigentlich
nur noch an einen heißen Sommer, in dem viele Verkehrsunfälle
zu erwarten sind", sagt der Ethnologe. Er kann wohl so offen darüber
sprechen, weil er selbst nicht mehr wartet.
Im
Januar 1994 ist Weber nach Bombay geflogen. Vom rein medizinischen Standpunkt
aus hätte er noch viel länger mit der Dialyse leben können,
"aber mein Lebensgefühl ist mir kaputtgegangen, es ging einfach nicht
mehr." Aus dem Fernsehen hatte er von einem Autohändler in Norddeutschland
erfahren, dem in einer indischen Klinik erfolgreich eine Niere implantiert
worden war. Zunächst zog sich die Korrespondenz mit dem Arzt aus Bombay
hin. Dann kam der für Rolf Weber erlösende Brief: "Der Aufenthalt
dauert drei Wochen oder mehr", schrieb der vorsichtige Transplanteur nur.
Kostenpunkt: 16000 Dollar, damals etwa 27000 Mark. "Da habe ich mich erst
mal hingesetzt und überlegt: Darf ich das tun?"
Man
nimmt Rolf Weber ab, dass er es sich nicht leichtgemacht hat. Der Redefluss
gerät ins Stocken, einige Male zuckt er mit den Schultern. "Ich habe
jemanden mit Geld dazu gelockt, sich operieren zu lassen", sagt Weber.
"Mich selbst hat meine Krankheit dazu verlockt. Das Schnöde dabei
ist natürlich, dass ich der Mann aus dem Westen bin, mit Geld in der
Tasche, und der andere hat nichts. Aber schließlich ist die innere
Stimme am stärksten, die brüllt: ,Mach das, die Chance kommt
nicht wieder!' Ich habe mich selbst an die erste Position in meiner Welt
gestellt, so wie ich mich vorher schon jahrelang auf den ersten Platz der
Transplantationsliste gewünscht hatte.
"Die
Klinik in Bombay erwies sich als sauber und gut ausgerüstet - zumindest
in der Ausländerklasse. Aber auch die anderen Bereiche seien für
indische Verhältnisse in Ordnung gewesen. "Immerhin hatte jeder da
sein eigenes Bett", erzählt Weber. Rajesh, der auf dem Erinnerungsfoto
neben Webers Schwester steht, gehört wiederum zu dem Indien, das aus
dem Fernsehen bekannt ist. Klein, braun, gewellte Haare. Ein zurückhaltendes
Lächeln auf vollen Lippen. Als Karrenzieher in Bombay würde er
einem niemals auffallen im Gewimmel der Metropole, an einem überfüllten
Zug hängend genauso wenig wie in einem deutschen Flüchtlingslager.
In
Rolf Webers Welt war der 27jährige aus Nepal aber für einige
Tage einer der wichtigsten Menschen überhaupt, obwohl er sich "natürlich
auch über Rajesh erhoben" habe, wie er nachdenklich feststellt, "sonst
hätte ich das gar nicht machen können". Einige Tage vor der Verpflanzung
lernte der Deutsche "seinen Spender" auf eigenen Wunsch kennen.
Rajesh
war in den Handel mit seinem Körper ursprünglich als Blutspender
eingestiegen, irgendwann hatte er sich dann bei den Transplantationsärzten
als "freiwilliger" Anbieter einer Niere registrieren lassen. Mit dem Geld
wollte er die Mitgift für seine Schwester bezahlen und sich einen
eigenen Karren kaufen.
Rolf
Weber war, so erinnert er sich, durch die Begegnung mit Rajesh zugleich
beruhigt und verunsichert: Auf der einen Seite war der junge Mann gesund
und mit den Ärzten bekannt, was Webers Angst vor einer möglichen
Infektion mit Hepatitis, Malaria oder HI-Viren milderte. Zum andern "ist
es natürlich doppelt schwer, wenn einem ein - obendrein sympathischer
- Mensch aus Fleisch und Blut gegenübersteht. Aber schließlich
denkt man nur noch: ,Hoffentlich geht alles gut'."
Die
Operation verlief bei beiden Männern ohne Komplikationen. Rajesh erhielt
für seine Niere 3000 Dollar von den Ärzten und weitere 2000 von
Weber direkt. Angesichts der zynischen Mechanismen von Angebot und Nachfrage
ein außergewöhnlich guter Preis, auch wenn der Deutsche selber
sagt, dass er auch für wesentlich mehr Geld kein Stück von seinem
Körper verkaufen würde.
Die
Kosten für den Trip nach Bombay hat zum größten Teil Webers
private Krankenversicherung erstattet - "ohne Fragen zu stellen". Zu Rajesh
hat der Ethnologe derzeit keinen direkten Kontakt. Dass das Risiko des
Nepalesen, mit nur einer Niere selber schwer zu erkranken, gewachsen ist,
weiß auch Rolf Weber. "Ich habe ihm versprochen, dass ich ihm helfe,
wenn er gesundheitliche Probleme bekommt, die mit der Organspende zusammenhängen."
Steckt
hinter dieser Zusicherung nicht auch eine ganze Portion Selbstberuhigung?
"Ich hoffe natürlich, dass es ihm gut geht", sagt Weber und hebt die
Stimme. "Aber Rajesh hat meine Adresse, und ich stehe zu meinem Wort."
Seine Niere wird er dem Nepalesen im Bedarfsfall allerdings nicht zurückgeben
können. Auch das ist ein Grund, warum Weber es vorgezogen hätte,
in Deutschland das Organ eines Toten eingepflanzt zu bekommen. "Das hätte
mir viel Kopfzerbrechen erspart", sagt er.
Wenn
sein Gesundheitszustand stabil bleibt, will sich der Ethnologe im Spätherbst
den Blutzapfhahn im Unterarm operieren lassen. Damit wäre dann - mit
Ausnahme der kleinen Narbe am Bauch - jede Spur seiner Krankheit getilgt.
Das
Sonntagsblatt - Nr. 44
"Fernsehzuschauer vergeben
per SMS Spenderniere"
Spiegel
2.6. 2007
ORGANSPENDE-TV
Mieser
Trick, guter Zweck
Von
Ina Florin, Amsterdam
Kann
es wahr sein, dass im Rahmen einer Reality-Show die Organe Todgeweihter
an sterbende Kandidaten verzockt werden? 72 Minuten lang berserkerte sich
die "Große Spendershow" durch die Emotionen der Zuschauer. Dann war
klar: Alles nur gespielt, aber kein Anlass für Erleichterung.
Okay,
alle wussten es, die "Große Spendershow" war eine Show (mehr...).
Aber was für eine! Eine Art Frankenstein unter den Reality-Shows,
zusammengeschneidert aus den nervigsten dramaturgischen Elementen, die
das Genre hergibt. Konzeptionell ein gruseliges Konglomerat aus "Herzblatt",
"Nur die Liebe zählt" und "Deutschland sucht den Superstar". Das Studio-Styling
eine räumliche Reminiszenz an eine Gladiatoren-Arena: Gäste im
Dreiviertelrund um die zentrale Bühne. Morituri te salutant!
Jetzt
fragt man sich: Hätte man es vorher wissen können? War es wirklich
nicht zu ahnen?
Nein.
Bis auf einen kleinen Fehler schien die Show authentisch - gerade weil
sie noch hanebüchener war als befürchtet. Peinlich bis zur Schmerzgrenze,
eine emotionale Achterbahnfahrt bis zum großen Ätschebätsch.
TV-Müll aber, traurig genug, ist der moderne Zuschauer so sehr gewohnt,
dass er ihn zähneknirschend erträgt - ohne an seiner Echtheit
zu zweifeln. Eher im Gegenteil.
Aber
von vorn. "Heute ist ein besonderer Tag in der Geschichte des Fernsehens.
Heute wird etwas passieren, das es so noch nicht gab."
Genug
gequatscht: Auftritt der Todgeweihten
Punkt
halb neun am Freitagabend spricht Moderator Patrick Lodier diese Worte.
Es folgt ein Zusammenschnitt der Politiker- und Medienmeinungen im Vorfeld,
ein Rückblick auf das Leben des Sender-Gründers Bart de Graaff
- auch er starb an einem Nierenleiden -, Statistiken, der Aufruf, sich
als Organspender registrieren zu lassen.
Mit
den Worten "Genoeg geluld" (Genug gequatscht) leitet der Mann abrupt über
zu den "eigentlichen Stars der Show", den Kandidaten.
Wie
bitte? Vor Ablauf der Schrecksekunde geht's weiter. "Das ist Lisa. Und
Lisa wird sterben".
Film
ab. Man sieht die angeblich todkranke Spenderin Lisa im Park, Lisas Freund
beim Werkeln in der Küche - hätte einem nicht eigentlich da schon
auffallen müssen, dass was faul ist? Lisa hier, Lisa dort, Lisa voll
im Leben. Aber eben nicht mehr lange.
Live-Auftritt
Lisa. Erste Frage. "Warum tun Sie das?". Zweite Frage. "Wie fühlt
sich das an, zwischen drei Menschen zu entscheiden?". Dritte Frage: "Nach
welchen Kriterien werden Sie auswählen?"
Der
Moderator hält voll drauf. Dann wieder genug gequatscht. "Nehmen Sie
bitte Platz auf dem Spenderstuhl." Auch mit den anderen Kandidaten macht
der Moderator um keinen Abgrund einen Bogen. Er hüpft direkt hinein.
Erste Frage an die erste Bewerberin. "Wie sehr willst du diese Niere?"
So geht es lustig weiter.
Regelmäßig
wird der Stand des Zuschauer-SMS-Votings für die Todgeweihten eingeblendet.
Lisa befragt sie nach Herzblatt-Manier. Unbarmherzig müssen sie wieder
und wieder begründen, warum gerade sie die Niere verdienen. Funky
Musik umspült die aufregenden Momente. Trauriges Klaviergeklimper
die rührseligen. "Spannend", sagt der Moderator ab und zu. Und immer
wieder: "Wenn dieser Kandidat Sie überzeugt hat, dann schicken Sie
eine SMS an die Nummer xyz." Nie hat man sich sehnlicher eine Werbepause
gewünscht.
Dann,
endlich, nach siebzig zermürbenden Minuten der Höhepunkt der
Show. Alle erheben sich. Lisa schmeißt den ersten Bewerber raus.
Trommelwirbel. Tränen in allen Augen. Sie setzt zur finalen Entscheidung
an. Trommelwirbel lauter. Dann spricht der Moderator die erlösenden
Worte. Stopp! Alles nur gefakt!
Das
unterirdisch trashige Format entpuppt sich als Mediensatire mit ernstem
Hintersinn.
Je
abgefahrener, desto wahrscheinlicher?
"Wir
wollten ein Statement geben. Das ist geglückt. In den letzten sieben
Tagen wurde mehr über Organspenden diskutiert als in den vergangenen
sieben Jahren." Unendlich erleichtert und emotional am Ende sackt der Zuschauer
in sich zusammen.
War
das vor der Enthüllung zu erkennen? Nicht wirklich.
Nur
ein winziger Hinweis inmitten dieses Panoptikums an Peinlichkeiten hätte
stutzig machen können. Ein chronologisches Missgeschick: Lisa siebte
ihre drei Kandidaten angeblich am selben Nachmittag aus einer Gruppe von
25 Bewerbern aus. Wunderbarerweise liefen aber abends in der Sendung bereits
jede Menge aufwendig gedrehte Filme über die drei Auserwählten.
Es
war ein besonderer Tag in der Geschichte des Fernsehens, aber es war nicht
die erste fiktive Show. 1970, quasi im Präkambrium moderner Fernsehunterhaltung,
lief im deutschen Fernsehen "Das Millionenspiel". Ein Mann wird sieben
Tage lang gejagt. Überlebt er, gewinnt er eine Million Mark. Den Chef
der Killerbande spielte - im Ernst - Dieter Hallervorden, den Moderator
im Studio Dieter Thomas Heck. Gefakte Werbeeinblendungen untermalten die
Menschenhatz. Eine Welle der Empörung schwappte durch die Republik.
Gleichzeitig wollten sich unzählige Menschen als Jäger oder Gejagter
für die Show melden.
Niederlande:
Fernsehsender foppt die Welt mit Nierenspender-Show (01.06.2007)Doch die
"Spendershow" setzt da noch eins drauf: War das "Millionenspiel" noch eine
düstere Utopie, ein Ausblick auf die Trash-TV-Zukunft, beschrieb die
niederländische Show nicht mehr als eine durchaus denkbare Realität.
Das eigentlich Erschütternde war nicht der wohlmeinende, wenn auch
schrill verpackte Appell in Sachen Organspende, sondern das alles hätte
durchaus wahr sein können.
Kein
Zweifel, die "Große Spendershow" sorgte für viel Diskussion.
Meist aber kreiste die um die moralische Schmerzgrenze modernen TV-Entertainments.
Ob sie sich auf die Zahl der Organspender auswirkt, bleibt abzuwarten.
Und ob misstrauische Zuschauer künftig öfter auf ein erlösendes
"Haha, nur gefoppt" harren, ebenso. Anzuraten ist es nicht. Die Chance,
enttäuscht zu werden, ist riesig. |